Meine Empfehlung:

Bilanzanalyse – Was ist zu beachten? – Checkliste 6

Was ist bei der Bilanzanalyse zu beachten? – Checkliste 6

1.) Was versteht man unter einer Bilanzanalyse?
Eine Bilanzanalyse hat das Ziel Informationen und Erkenntnisse über die Ertragslage sowie die Vermögens- und Kapitalstruktur eines Unternehmens zu gewinnen.

2.) Worin unterscheidet sich die externe Bilanzanalyse von der internen Bilanzanalyse?
Externe Bilanzanalyse: Basiert auf den öffentlich verfügbaren Informationen – z.B. Jahresabschluss
Interne Bilanzanalyse: Baut auf den innerhalb des Unternehmens verfügbaren Informationen auf. Basis hierfür kann sein: Kostenrechnung, Finanzplanung, Auftragsstand, etc.).


3.) Welche Probleme treten bei der externen Bilanzanalyse auf?

  • Mangelnde Vollständigkeit der Daten
  • Schwebende Geschäfte
  • Stille Reserven
  • Mangelnde zukunftsbezogenheit der Daten

4.) Warum ist trotz der Probleme eine externe Bilanzanalyse sinnvoll?
Sinnvoll deswegen, da oft nicht darauf verzichtet werden kann. Es bietet sich eher an, die fehlenden Informationen zu beschaffen und die exteren Bilanzanalyse so gezielt weiter auf- und auszubauen.

Was sagt die Gewinn- und Verlustrechnung aus? – Checkliste 5

Was sagt die Gewinn- und Verlustrechnung aus?

1.) Welche zwei Verfahren sind nach dem Handelsgesetzbuch bei der Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) wahlweise anzuwenden?
Nach §275 HGB darf die Gewinn- und Verlustrechnung wahlweise nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren erstellt werden.
Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren ist in §275 Abs. 2 HGB geregelt, die Gliederung der GuV nach dem Umsatzkostenverfahren regelt §275 Abs. 3 HGB. Die beiden Gliederungsschemata stellen für Kapitalgesellschaften Mindestgliederungen dar.

2.) Wie ist die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert?
Aufgrund der Unterscheidung nach Umsatzkostenverfahren und Gesamtkostenverfahren ergeben sich auch zwei unterschiedliche gliederungs-schemata:

Gliederung bei Anwendung des Umsatzkostenverfahren nach §275 HGB Abs. 2

1. Umsatzerlöse
2. Herstellkosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
3. Bruttoergebnis vom Umsatz
4. Vertriebskosten
5. allgemeine Verwaltungskosten
6. sonstige betriebliche Erträge
7. sonstige betriebliche Aufwendungen
8. Erträge aus Beteiligungen,
    8.1. davon aus verbundenen Unternehmen
9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens,
    9.1. davon aus verbundenen Unternehmen
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,
    10.1. davon aus verbundenen Unternehmen
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen,
    12.1. davon an verbundenen Unternehmen
13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
14. außerordentliche Erträge
15. außerordentliche Aufwendungen
16. außerordentliches Ergebnis
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
18. sonstige Steuern
19. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag

Gliederung bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens §275 HGB Abs. 3

1. Umsatzerlöse
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
3. andere aktivierte Eigenleistungen
4. sonstige betriebliche Erträge
5. Materialaufwand:
    a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren
    b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
6. Personalaufwand:
    a) Löhne und Gehälter
    b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung,
        davon für Altersversorgung
7. Abschreibungen:
    a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
    b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft   üblichen Abschreibungen überschreiten
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
9. Erträge aus Beteiligungen,
    davon aus verbundenen Unternehmen
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens,
      davon aus verbundenen Unternehmen
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,
     davon aus verbundenen Unternehmen
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen,
      davon an verbundene Unternehmen
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
15. außerordentliche Erträge
16. außerordentliche Aufwendungen
17. außerordentliches Ergebnis
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
19. sonstige Steuern
20. Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag.

3.) Wie wird nach dem Gesamtkostenverfahren der Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag ermittelt?
((1(+/-)2+3+4-5-6-7-8) = Betriebsergebnis (EBIT = Earnings before Interests and Taxes) = Ergebnis vor Steuern

EBIT+9+10+11-12-13 = 14 (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit)

14+15-16 = 17 (außerordentliches Ergebnis)

17-18-19 = 20 (Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag)

4.) Über welche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung wird beim Gesamtkostenverfahren eine periodengerechte Erfolgsermittlung erreicht?
Grundlage einer periodengerechten Erfolgsermittlung ist eine rechnerische Angleichung der Erträge an die Aufwendungen. Hierzu werden beim Gesamtkostenverfahren die Mehrungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen UND die aktivierten Eigenleistungen zu den Umsatzerlösen hinzugerechnet. Bestandsminderungen der fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden von den Umsatzerlösen subtrahiert.

5.) Wie wird das Rohergebnis ermittelt?
Bei Ermittlung der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren werden die Punkte 1 bis 6 der Gliederung (siehe oben) zum Rohergebnis addiert.
Bei Ermittlung der GuV nach dem Umsatzkostenverfahren werden die Punkte 1 bis 3 und 6 der Gliederung zum Rohergebnis addiert.
Beim Rohergebnis handelt es sich um eine wenig aussagekräftige rechnerische Zwischensumme. So werden z.B. Abschreibungen bei Ermittlung des Rohergebnisses nicht berücksichtigt.

 

Basislektüre für diesen Beitrag: Das Controlling 1×1: Unternehmenserfolg steuern mit Kennzahlen. Tipps zu Basel II. Checklisten und Fallbeispiele

Was sagt die Passivseite der Bilanz aus? – Checkliste 4

1.) Wie wird das Eigenkapital in der Bilanz rechnerisch ermittelt?
Das Eigenkapital ist der Differenzbetrag der Aktivseite und der Passivseite, folglich der Unterschied zwischen dem Vermögen (einschließlich aktiver Rechnungsabgrenzugsposten) und den Verbindlichkeiten (einschließlich passiver Rechnungsabgrenzungsposten).

-> Eigenkapital = Vermögen – Verbindlichkeiten

2.) Was drückt das Eigenkapital eines Unternehmens gegenüber dem Eigentümer bzw. den Gesellschaftern aus?
Das Eigenkapital drückt aus, wie hoch der Anspruch des Einzelunternehmers am Unternehmen ist. Bei Gesellschaftern sagt das Eigenkapital aus, wie hoch der Anteil der Gesellschafter / Aktionäre am Unternehmen ist.

3.) Was versteht man unter Aktivkapital und Passivkapital?
Ist die Aktivseite betragsmäßig größer als die Passivseite – also wenn das Eigenkapital auf der Passivseite der Bilanz steht – redet man von Aktivkapital.
Im Gegenzug ist Passivkapital der Begriff für die betragsmäßig größere Passivseite gegenüber der Aktivseite.

4.) Wie wird der Geschäftserfolg bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften über das Eigenkapitalkonto ermittelt?
Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften errechnet sich dre Geschäftserfolg nach folgendem Schema:

Eigenkapital am Schluss des Geschäftsjahres
– Eigenkapital am Anfang des Geschäftsjahres
+ Privatentnahmen
– Privateinlagen
= Geschäftserfolg

5.) Wie verändern Privatentnahmen das Eigenkapital bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften?
Entnehmen Einzelunternehmer oder (Personen-)Gesellschafter dem Unternhemen Vermögensgegenstände oder Leistungen für private Zwecke (= Privatentnahmen), so verringern diese Privatentnahmen das Eigenkapital.

6.) Was wird unter „gezeichnetem Kapital“ verstanden?
Unter gezeichnetem Kapital ist nach § 272 Abs. 1 HGB das Haftungskapital der Gesellschafter zu verstehen, mit dem Sie für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haften.

7.) Worin unterscheiden sich Kapitalrücklagen und Gewinnrücklagen?
Unter Kapitalrücklagen (auch offene Rücklagen) sind offene, von außen zugeführte Einzahlungen durch Gesellschafter oder Aktionäre zu verstehen, die über den Betrag des gezeichneten Kapitals hinausgehen. Kapitalrücklagen werden von den Gesellschaftern zugeführt und NICHT durch die Geschäfte der Gesellschaft erwirtschaftet.

In den Gewinnrücklagen sind (und dürfen!!!) nur solche Mittel ausgewiesen, die im Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr aus dem Geschäftsergebnis gebildet wurden gemäß § 272 Abs. 3 HGB. Gewinnrücklagen (= Teile des Gewinnes) wurden folglich im Unternehmen erwirtschaftet und kommen von innen. Ihre Zuführung zur Gewinnrücklage ist demnach Gewinnverwendung.

8.) Was wird unter „Gewinnvortrag“ verstanden?
Gewinnvortrag: Der Teil des Jahresüberschusses, der nicht den Rücklagen zugeführt und auch nicht anderweitig verwendet wurde – z.B. Als Gewinnausschüttung an die Gesellschafter bzw. Dividende an die Aktionäre. Der Gewinnvortrag wird auf nächste Rechnungslegungsperiode vorgetragen. Er bezieht sich immer auf den Gewinn des Vorjahres. Ein Gewinnvotrag erhöht das Eigenkapital der Gesellschaft.

9.) Was sagen die Begriffe „Jahresüberschuss“ und „Jahresfehlbetrag“ aus?
Das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ergebnis (= Geschäftsergebnis des Geschäftsjahres), wird als Jahresüberschuss (Gewinn) oder als Jahresfehlbetrag (Verlust) bezeichnet.

Die beiden Begriffe sieht § 275 Abs. 2 und 3 HGB nur in Verbindung mit Kapitalgesellschaften vor. Bei Einzelunternhemen und Personengesellschaften werden üblicherweise die Begriffe „Reingewinn“ und „Reinverlust“ verwendet. Im Ausnahmefall, d.h. falls Einzelunternehmen und Personengesellschaften ihren Jahresabschluss nach dem gesetzlichen Schema gliedern, finden die Bezeichnungen laut HGB (Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag) ebenfalls Anwendung.

10.) Unter welchen Voraussetzungen sind Sonderposten mit Rücklageanteil zu bilden?
Sonderposten mit Rücklagenteil sind Passivposten, die ausschließlich zum Zweck der Steuern von Einkommen und Ertrag gebildet werden dürfen. Sie werden auf der Passivseite vor den Rückstellungen ausgewießen. Nach § 273 Satz 2 HGB sind die Gründe, nach denen Sonderposten mit Rücklagenteil gebildet wurden, in der Bilanz oder dem Anhang anzugeben.

Ziel von Sonderposten mit Rücklagenteil ist es, Abweichungen zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz auszugleichen.

11.) Worin unterscheiden sich Rückstellungen von Verbindlichkeiten?
Rückstellungen dienen der richtigen zeitgerechten Gewinnermittlung.
Verbindlichkeiten sind die Verpflichtungen des Kaufmannes gegenüber einem Dritten. Verbindlichkeiten sind in Höhe der Verpflichtungen am Bilanzstichtag zu passivieren.

12.) Welches Ziel wird mit der Bildung von Rückstellungen verfolgt?
Rückstellungen dienen der richtigen und zeitgerechten Gewinnermittlung nach dem Vorsichtsprinzip. Ziel ist es, später zu leistende Ausgaben durch Buchung als Aufwand und Einstellung eines entsprechenden Passivpostens in der Bilanz vollständig und periodengerecht zu erfassen. Demnach sind Rückstellungen Bilanzposten der Passivseite, deren endgültige Höhe und/oder Fälligkeit nach noch ungewisse Ausgaben erfassen sollen. Und as bilanz- und erfolgsmäßig.

13.) Unterwelchen Voraussetzungen ist ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten in der Bilanz auszuweisen?
Beim Jahresabschluss muss dafür gesorgt werden, dass die Erfolgswirkung in die Periode überführt wird, in die sie verursachungsgemäß gehört.
Bei einem passiven Rechnungsabgrenzungsposten gilt, das der bereits im alten Jahr gebuchte Erfolg (Einnahme) einen Ertrag für die kommende Geschäftsperiode darstellt. Demnach gilt: Einnahme jetzt, Ertrag später.

Übersicht Checklisten und Kontrollfragen zum Controlling

Aufgaben des Rechnungswesens – Checkliste 1

Was ist eine Bilanz? – Checkliste 2

Was sagt die Aktivseite der Bilanz aus? – Checkliste 3

Was sagt die Passivseite der Bilanz aus? – Checkliste 4

Was sagt die Gewinn- und Verlustrechnung aus? – Checkliste 5

Bilanzanalyse – Was ist grundsätzlich zu beachten? – Checkliste 6

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Basislektüre: Das Controlling 1×1: Unternehmenserfolg steuern mit Kennzahlen. Tipps zu Basel II. Checklisten und Fallbeispiele

Was sagt die Aktivseite der Bilanz aus? – Checkliste 3

1.) Die Aktivseite der Bilanz wird in Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterteilt. Worin unterscheiden sich Anlage- und Umlaufvermögen?

Unter Anlagevermögen (fixed assets) versteht man den auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesene Teil der Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb der Unternehmung dauerhaft zu dienen. Anlagevermögen ist in der Regel langfristig gebunden.

Zum Umlaufvermögen (current assets) gehören die Vermögensgegenstände, die im Rahmen des Betriebsprozesses umgesetzt werden sollen. Ihr Bestand ändert sich folglich häufig durch Zu- und Abgänge. Umlaufvermögen ist daher nur kurz im Unternehmen gebunden und kann mit kurzfristigem Fremdkapital oder Lieferantenkrediten finanziert werden.

Folglich liegt der Unterschied zwischen Anlage- und Umlaufvermögen in der Dauer der Kapitalbildung und damit verbunden in der Kapitalverwendung

Die Gliederung der Bilanz in Anlage- und Umlaufvermögen nach § 266 HGB (Gliederung der Bilanz) erfolgt dabei nach folgendem Schema:

A. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
3. Geschäfts- oder Firmenwert
4. geleistete Anzahlungen

II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, Bauten auf fremden Grundstücken
2. Technische Anlagen und Maschinen
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung (BGA)
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbunden Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3. Beteiligungen
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
5. Wertpapiere des Anlagevermögens
6. sonstige Ausleihungen

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte
1. Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen
3. fertige Erzeugnisse und Waren
4. geleistete Anzahlungen

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
4. sonstige Vermögensgegenstände

III. Wertpapiere
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. eigene Anteile
3. sonstige Wertpapiere

IV. Schecks, Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Postgiroguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten

C. Rechnungsabgrenzungsposten

D. Aktive latente Steuern

E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung


2.) Was versteht man unter immateriellen Vermögensgegenständen?
Unter immateriellen Vermögensgegenständen versteht man Rechte, rechtsähnliche Werte und sonstige Vorteile. Insbesondere gehören dazu Patente, Markenrechte, Nutzungsrechte, Urheberrechte, Verlagsrechte, Optionsrechte, Belieferungsrechte, Konzessionen, Lizenzen, ungeschützte Erfindungen, Know-how und Ähnliches.

3.) Unter welcher Voraussetzung sind Sachanlagen zu bilanzieren?
Sachanlagen – wie z.B. Grundstücke und Gebäude, Maschinen und Werkzeuge, Fahrzeuge, Betriebsausstattung – sind dann zu bilanzieren, wenn Sie ausschließlich und unmittelbar eigenbetrieblichen Zwecken dienen.

4.) Unter welcher Voraussetzung sind Finanzanlagen als Anlagevermögen zu bilanzieren?
Finanzanlagen werden dann als Anlagevermögen aktiviert, wenn es sich im betriebswirtschaftlichen Sinne um eine Beteiligung handelt. Dabei handelt es sich um Beteiligungen, die das eigene Unternhemen an anderen Unternehmen eingeht. Beteiligungen sind in der Regel auf Dauer angelegt. Sie können in Form von Wertpapieren verbrieft sein. Aber auch nicht verbriefte Anteilsrechet kommen als Beteiligung in Betracht – z.B. Anteile an einer GmbH, OHG oder KG.

5.) Mit welchem Wert sind a.) der Materialbestand und b.) die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen bei der Bilanzierung anzusetzen?
a.) Der Ist-Bestand der Roh- Hilfs, und Betriebsstoffe ist zum Ende des Geschäftsjahres zu aktivieren. Es werden grundsätzlich die Anschaffungskosten angesetzt.
b.) Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen sind mit den Herstellungskosten zu bewerten.

6.) Unter welcher Bedingung sind Kundenforderungen zu bilanzieren?
Grundsätzlich gilt, dass zur Bilanzierung einer Forderung diese auch entstanden sein muss. Das heißt, dass bilanzierende Unternehmen muss seinen Vertrag – also seine Leistung – erbracht haben. Die Bewertung von Forderungen erfolgt nach deren Nominalwert.

7.) Unter welchen Voraussetzungen sind Kundenforderungen mit einem niedrigeren Wert als dem Nominalwert in der Bilanz anzusetzen?
Wie in 6.) beschrieben, erfolgt die Bilanzierung von Kundenforderungen nach deren Nominalwert. Dieser ist aber nach dem Niederstwertprinzip dann zu unterschreiten, wenn Tatsachen nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zu berücksichtigen sind, die dafür sprechen, dass der Nominalwert nach unten korrigiert werden muss. Folglich sind dubiose (zweifelhafte) – im schlimmsten Falle auch uneinbringliche – Forderungen nach ihrer Wertkorrektur auf spezielle Konten umzubuchen. Ziel dessen ist es, dass der Forderungsbestand eins den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild geben muss.

8.) Welche Vermögensgegenstände werden in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hauptsächlich als sonstige Vermögensgegenstände bilanziert?
In KMU gelten als sonstige Vermögensgegenstände hauptsächlich Gesellschaftsanteile an Unternehmen zum kurzfristigen Verbleib, Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen, Geldtransit, Umsatzsteuerforderungen, Umsatzsteuervorauszahlungen und Forderungen aus Bürgschaften.

9.) Was besagt das Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung?
Das Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung besagt, dass einer Abrechnungsperiode (im Regelfall dem Geschäftsjahr) die Erträge und Aufwendungen zuzurechnen sind, die in ihr verursacht wurden.
Es ist somit nicht entscheidend wann innerhalb der Abrechnungsperiode die Zahlung geleistet wurde, sondern wann die Leistung dafür erbracht wurde – also Verbrauch eines Gutes, einer Dienstleistung oder eines Rechtes.

10.) Warum kann es bei der Erfolgsermittlung in Form der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) keine aktive Rechnungsabgrenzung geben?
Die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) als vereinfachte (steuerrechtliche) Erfolgsermittlung kennt nur den Zahlungsvorgang als Grundlage (AR: Ausgabe jetzt / Aufwand später) der einfachen Buchführung. Somit kann es bei der Einnahmenüberschussrechnung keine aktive Rechnungsabgrenzung geben

11.) Unter welchen Voraussetzungen ist eine aktive Rechnungsabgrenzung zu bilanzieren?
Aktive Rechnungsabgrenzung ist nach § 250 (1) HGB wie folgt zu bilanzieren: „Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.“ (Quelle: http://dejure.org/gesetze/HGB/250.html)

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Was ist eine Bilanz? – Checkliste 2

1.)    Worin unterscheidet sich die ordentliche von außerordentlichen Bilanzen?

Ordentliche Bilanzen werden in vorher festgelegten Zyklen erstellt. Hierzu zählen zum Beispiel Jahresbilanzen, Monats- und Quartalsbilanzen oder andere zeitliche Abfolgen, die das Gesetz oder aber auch der Gesellschaftsvertrag vorsehen.

Außerordentliche Bilanzen – z.B. Gründungsbilanz, Kapitalerhöhungsbilanz, Kapitalherabsetzungsbilanz, Auseinandersetzungsbilanz, Fusionsbilanz oder Insolvenzbilanz – sind nicht an einen festen Zyklus gebunden. Meist geht einer außerordentlichen Bilanz ein Tatbestand voraus, an den das Gesetz/der Gesetzgeber oder der Gesellschaftsvertrag, die Aufstellung einer Bilanz knüpft.

2.)    Worin unterscheiden sich Handels- und Steuerbilanzen?

Grundsätzlich besteht also eine Differenzierung in verschiedene Anlässe der Bilanzierung. Hinzu kommt eine weitere Unterteilung in Handelsbilanz und Steuerbilanz.

Diese beiden Bilanzen unterscheiden sich durch die Rechtsquelle, nach der sie aufgestellt werden. So ist das HGB / Handelsgesetzbuch die Grundlage für die Handelsbilanz. Die Steuerbilanz muss nach steuerlichen Vorschriften aufgestellt werden.

Da Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften unterschiedlich sind, unterscheiden sich beide Bilanzen entsprechend.

Grundlegender Unterschied zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz sind die Wahlmöglichkeiten bei der Bilanzierung.

3.)    Von welchem Interesse sind die Steuergesetze hinsichtlich der steuerlichen Bilanzierung (Steuerbilanz) geleitet?

Da die veranlagende Stelle – also das Finanzamt – ein Fiskalinteresse hat, möchte sie im Rahmen der geltenden Steuergesetze den Gewinn als Bemessungsgrundlage möglichst hoch ausweisen

4.)    Was steht auf der Aktivseite der Bilanz?

Die Aktivseite (= linke Seite der Bilanz) listet die Aktiva – also die Vermögensposten – auf.

5.)    Was steht auf der Passivseite der Bilanz?

Die Passivseite (= rechte Seite der Bilanz) listet die Passiva – also das Eigenkapital und das Fremdkapital (Schulden) – auf.

 

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Aufgaben des Rechnungswesens – Checkliste 1

1. Welche Aufgaben hat das Rechnungswesen?

Das Rechnungswesen ist für das Controlling eine bedeutende Informationsquelle. Die Aufgabe des Rechnungswesens ist es, die betriebswirtschaftlich wichtigen Informationen über angefallene und /oder geplante Geschäftsfälle systematisch zu erfassen, zu dokumentieren und auszuwerten. Dabei unterscheidet man – je nach Gesichtspunkt der Informationsempfänger – INTERNES und EXTERNES Rechnungswesen.

2. Welche Informationen liefert Ihnen das EXterne Rechnungswesen?

Informationsempfänger des externen Rechnungswesens (Financial Accounting) sind z.B. der Fiskus, Verbände, Gläubiger etc. An Sie werden in erster Linie die Aufwands- und Ertragsrechnung (diese mündet in die GuV / Gewinn- und Verlustrechnung) und die Vermögens- und Kapitalrechnung (mündet in die Bilanzrechnung) adressiert

3. Welche Informationen liefert Ihnen das INterne Rechnungswesen?

Das Interne Rechnungswesen (Management Accounting) liefert die Informationen, die zur Planung, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens notwendig sind. Das interne Rechnungswesen wendet sich daher in erster Linie an das Management des Unternehmens. Hauptsächlich umfasst das interne Rechnungswesen die interne Kosten-, Erlös- und Erfolgsrechnung. Dazu gehören wiederum die Kostenarten-, Kostenstellen-, und Kostenträgerrechnung in den verschiedenen Formen der Ist-, Normal- und Plankostenrechnung. Hauptsächlich geht es dabei um Wirtschaftlichkeits- und Erfolgskontrolle sowie um eine fundierte Preiskalkulation.

Internes und externes Rechnungswesen bilden in Verbindung mit einem abgeleiteten Kennzahlensystem somit die Basis für das Controlling. Da beim internen Rechnungswesen keinerlei rechtliche Vorschriften von außen hineinwirken, bietet es sehr große Variationsmöglichkeiten für ein, an die individuellen Unternehmensbedürfnisse, angepasstes Controlling.

4. Aus welchen Teilen besteht der Jahresabschluss?

Die Bestandteile des Jahresabschlusses hängen davon ab, ob es sich um eine Kapitalgesellschaft handelt oder eben nicht.

§261 Abs. 1 HGB sieht vor, dass der Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft aus Bilanz, GuV-Rechnung und Anhang bestehen muss.

5. Was besagt der Klarheitsgrundsatz?

Der Klarheitsgrundsatz besagt, dass ein Jahresabschluss übersichtlich und verständlich aufgebaut sein muss. Das bedeutet, dass die einzelnen Posten ihrer Artnach eindeutig bezeichnet und geordnet werden müssen. Ebenso muss die bilanz so tief gegliedert sein, dass die unterschiedlichen Bilanzierungsgegenstände nach Art und Herkunft getrennt ausgewiesen werden. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Posten nach Aufwandsarten und Ertragsarten sachgerecht zu gliedern. Periodenfremde, außerordentliche und Erfolgsbestandteile gemäß dem Unternehmenszweck, sind zu trennen.

6. Was besagt der Vollständigkeitsgrundsatz?

Dem Vollständigkeitsgrundsatz nach, sind Vermögen (alle Aktiva) und Schulden (alle Passiva), sowie alle Aufwendungen, Erträge und Rechnungsabgrenzungsposten mengenmäßig im Jahresabschluss zu erfassen. Daraus ergibt sich dir Pflicht, auch bereits voll abgeschriebene, aber noch vorhandene Anlagegegenstände mit einem Erinnerungswert (mindestens!) auszuweisen. Alle Konten der Buchführung, die einen Saldo aufweisen, müssen in den Jahresabschluss übernommen werden. Soll- und Habenseite der einzelnen Konten dürfen aber nur dann saldiert werden, wenn dies zum klaren Ausweis erforderlich ist.

Basislektüre für diesen Beitrag: Das Controlling 1×1: Unternehmenserfolg steuern mit Kennzahlen. Tipps zu Basel II. Checklisten und Fallbeispiele

4 neue kostenlose Studienbücher bei bookboon

Auf bookboon.com wurden 4 neue, interessante und kostenlose Studienbücher als ebook veröffentlicht:

Handelsmanagement (Link zum Download / kostenlose Registrierung notwendig)

„Der Handel in Deutschland ist auf der Suche nach Fach- und Führungskräften. Entsprechend müssen mehr junge Menschen ausgebildet werden. So haben sich neben den klassischen Lernberufen des Handelskaufmanns inzwischen einige Hochschulen mit dem Angebot eines dualen Bachelorstudiengangs mit dem Schwerpunkt Handel etabliert.“

Das Buch mit 176 Seiten wurde von Dr. Stephan Huxold verfasst und ist in der 1. Auflage erschienen. ISBN: 978-87-403-0517-3

Markt- und Absatzforschung (Link)

„Kompakte Übersicht der Inhalte zur Markt- und Absatzforschung, also begriffliche Grundlagen, Erhebungsmethoden (Sekundärerhebung, Befragung in verschiedenen Formen, Beobachtung, Experiment), Auswertungsverfahren und Prognosearten. Sehr praktisch zum einführenden Überblick und als Brush up für Fortgeschrittene.“

1. Auflage von Prof. Werner Pepels mit 86 Seiten, ISBN: 978-87-403-0511-1

Organisationsgestaltung (Link)

„Das Buch „Organisationsgestaltung“ behandelt folgende Inhalte: Ausgewählte Organisationsansätze sowie Organisationsstrukturen internationaler Unternehmungen, Organisationsentwicklung und Personalentwicklung, Organisationsprobleme in der Ablauforganisation sowie grundsätzliches zur Prozessorganisation, Total Quality Managemt, die Finanzorganisation und die Organisation des Controllings.“

1. Auflage mit 153 Seiten (ISBN: 978-87-403-0411-4), geschrieben von Prof. Dr. Thomas R. Hummel.

und – last und mit Sicherheit not least

Introduction to Web Services with Java (Link)

„This textbook leads you through a journey of developing your first web service application to more complex multitier enterprise application. The examples include the use of commercially available software product such as Oracle Fusion Middleware and open source from the Apache Foundation.“

177 Seiten, 1. Auflage unter ISBN: 978-87-403-0509-8 erschienen. Geschrieben wurde das englische Werk von Kiet T. Tran (PhD).

Wie man ahnen kann, handelt es sich auch bei diesen Ausgaben um absolut lesenswerte digitale Literatur – Viel Spaß beim lesen.

Objektorientierte Entwicklung – OOE – (1) Einführung – Fragen und Antworten zu Java, Programmiersprache, Semantik, Syntax, Linker, Compiler, Interpreter etc

 

1.)    Was ist eine Programmiersprache? (F4)

= formale Sprache mit festgelegter Syntax und Semantik.

2.)    Was ist der Unterschied zwischen Syntax und Semantik? (F4)

Die Syntax legt fest, welche Sprachelemente zulässig sind.

Die Semantik einer Sprache ist die Definition der zulässigen Sprachelementen zugeordneten Bedeutungen.

Syntax ~ Vokabeln & Grammatik

Semantik ~ Sinn und Bedeutung

3.)    Welche Typen von Programmiersprachen gibt es? (F5)

Maschinennahe Programmiersprachen / Maschinensprache, Binärcode; Assembler)

Höhere Programmiersprachen / Imperative, Deklarative und Objektorientierte Sprachen

4.)    Wozu werden Editor, Interpreter, Compiler, Linker, Debugger und Class-Loader benötigt?

Editor (F15):

Eingabe der Programmieranweisungen als Quelltext

Abspeichern des Quelltextes in einer Datei mit spezieller Endung

Interpreter (F16)

Liest die Quelltextdatei und bearbeitet sukzessive Anweisung für Anweisung.

Die Anweisung wird in Maschinensprache des jeweiligen Rechners übersetzt und ausgeführt

Der Maschinencode wird nicht gespeichert, deshalb fällt bei jeder Ausführung des Programms Übersetzungsarbeit an.

Compiler (F17)

Übersetzt alle Anweisungen der Quelltextdatei in Maschinencode

Das komplette Ergebnis wird in einer separaten Binärdatei abgespeichert

In einem 2. Schritt wird diese Binärdatei dann durch den Prozessor ausgeführt

Während der Compilezeit ist der Compiler in der Lage, syntaktische und teilweise auch strukturelle Fehler zu finden.

Laufzeit (= Ablauf des Programmes): Das Programm selbst muss auftretende Fehler abfangen und behandeln

Linker (F18)

Verbindet Objektmodule mit vorkompilierten Bibliotheks-Modulen, die vom Library-Manager verwaltet werden, zu einer lauffähigen Binärdatei

Die notwendigen Bibliotheks-Module erkennt der Library-Manager anhand der Anweisunegn im Objektmodul

Debugger (F19)

Werkzeug zum diagnostizieren, auffinden und beheben (Bugfix) von Fehlern

Steuert den Programmablauf: Schrittweise Ausführung des Programms, Einfügen von Haltepunkten und Überwachung der Werte (Speicherbereiche)

Class-Loader (F22)

Dynamischer Class-Loader; wird von JAVA anstatt eines Linkers verwendet

Bibliotheks-Module sind in JAVA-Paketen als Klassen zusammengefasst

5.)    Was ist eine IDE?

= Integrated Development Environment

Programm zur Entwicklung von Software (z.B. Eclipse)

Grafische Benutzeroberfläche

Funktionen (Editor, Compiler, Linker, Interpreter, Debugger // Textformatierung, CVS, UML, Refactoring)

6.)    Welches sind die typischen Merkmale und Programmarten von JAVA? (F24)

Applets Werden von der JVM des Web-Browsers ausgeführt
Client-Applikationen Werden vom JVM des Client-Betriebssystems ausgeführt
Servlets JAVA-Programm auf einem Server; erzeugt HTML
JAVA Server Pages (JSP) Skriptsprache für dynamische Webseiten
Enterprise JAVA Beans (EJB) Komponenten auf einem Server

7.)    Welche JAVA-Editionen gibt es? (F25)

Name Kürzel
Java2 Runtime Environment J2RE
Java2 Standard Edition J2SE
Java2 Micro Edition J2ME
Java 2 Enterprise Edition J2EE

Nürburgring steht offiziell zum Verkauf

Mit Datum vom 15. Mai 2013 wurde der insolvente Nürburgring (inkl. Freizeitpark und Hotels) offiziell europaweit zum Verkauf ausgeschrieben. In namhaften deutschen Wirtschaftstageszeitungen wurde die „Aufforderung zur Abgabe einer Interessensbekundung“ veröffentlicht. Die Ausschreibung läuft bis zum 12. Juni 2013. Es können sowohl für einzelne Objekte, als auch für das Gesamtpaket Angebote abgegeben werden.

Laut dem Handelsblatt (Ausgabe vom 15.5.2013) dürfte es jedoch schwer werden, „einen Käufer für die Gesamtanlage zu finden“.

Der genaue Ausschreibungstext lautet wie folgt:

„AUFFORDERUNG ZUR ABGABE EINER INTERESSENBEKUNDUNG

Verkauf der Vermögensgegenstände der Nürburgring GmbH, der Motorsport Resort Nürburgring GmbH sowie der Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH

Der Nürburgring – weltweit einmalige Motorsportdestination

Der Nürburgring ist die weltweit führende Motorsportdestination und Attraktion für Motorsportenthusiasten aus aller Welt. Die fast 90-jährige Tradition und Geschichte hat diese Motorsportikone mit globaler Strahlkraft geprägt. Der Nürburgring steht für Rennsport auf Weltklasse-Niveau* im Amateur- und Nachwuchsbereich, sowie für unzählige Touristenfahrten.

Die Nordschleife – auch als „Grüne Hölle“ bekannt – wurde 1927 erbaut und ist in Länge und Schwierigkeitsgrad weltweit einmalig. Die historische Nordschleife wird durch den hochmodernen Grand Prix Kurs ergänzt, der 1984 erbaut wurde und u.a. Austragungs­ort des Formel 1 Rennens „Großer Preis von Deutschland 2013“ ist. Zusammen mit der neu errichteten Hotel-, Gaststätten- und Freizeit-Infrastruktur (2007-2009 gebaut) bilden die Rennstrecken einen Treffpunkt für Motorsportfans, Business-Events und kulturelle Veranstaltungen.

Der Nürburgring beschäftigt ca. 300 Mitarbeiter, generiert einen Umsatz von bis zu € 60 Mio. pro Jahr und erzielt nachhaltig positive Cash-Flows.

Veräußerung der Vermögenswerte des Nürburgrings

Die Nürburgring GmbH, die Motorsport Resort Nürburgring GmbH und die Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH (zusammen auch „Verkäufer“) sind Besitzgesellschaften der Vermögensgegenstände des Nürburgrings.

Am 1. November 2012 hat das Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler das Insolvenzver­fahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Nürburgring GmbH, der Motorsport Resort Nürburgring GmbH und der Congress- und Motorsport Hotel Nürburgring GmbH eröffnet. Die Gesellschaften werden durch den Sanierungsgeschäftsführer, Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas Schmidt, vertreten. Entscheidungen über die Veräußerung von Vermögenswerten stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung des gerichtlich bestellten Sachwalters, Herrn Jens Lieser, sowie des Gläubigerausschusses.

Die Verkäufer beabsichtigen, die Vermögensgegenstände des Nürburgrings an einen oder mehrere Investoren zu veräußern („Projekt RING“). Investoren haben die Möglich­keit, alle Vermögensgegenstände, definierte Einheiten („Verwertungseinheiten“) oder einzelne Vermögensgegenstände zu erwerben. Die Verwertungseinheiten sind vor dem Hintergrund der Separierbarkeit der Vermögensgegenstände und der damit ein­hergehenden Kosten definiert worden.

Die Transaktion soll als Asset Deal strukturiert werden. Alle Finanzierungs- und Drittverbindlichkeiten sollen bei den insolventen Gesellschaften verbleiben. Die Transak­tion erlaubt somit einen Neustart auf Basis einer bereinigten Bilanz.

Aufforderung zur Abgabe einer Interessenbekundung

Alle Parteien, die beabsichtigen an einem strukturierten Ausschreibungsverfahren teil­zunehmen, sind dazu aufgefordert, bis spätestens 12. Juni 2013, 17:00 Uhr (CET) eine formale Interessenbekundung für einen möglichen Erwerb der Vermögensgegenstän­de des Nürburgrings („Interessenbekundung“) bei dem mandatierten Transaktionsbe­rater unter folgender Adresse einzureichen:

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft („KPMG“)
Corporate Finance – M&A z. Hd. Alexander Bischoff
The Squaire, Am Flughafen
60549 Frankfurt am Main Deutschland
T +49 69 9587 4192
F +49 69 9587 1220

Ein Überblick der Aktivitäten des Nürburgrings, der zur Veräußerung stehenden Ver­mögensgegenstände und der vordefinierten Verwertungseinheiten, die Vertraulich­keitserklärung für den Veräußerungsprozess sowie die Vorgaben für die Interessenbe­kundung können über KPMG oder ein Kontaktformular auf der Website des Nürburg­rings (www.nuerburgring.de/lnvestoren) angefordert werden. Parteien, die an weiterge­henden Informationen interessiert sind, müssen folgende Informationen zur Verfügung stellen: Kontaktperson, Unternehmen, Adresse und Telefonnummer, sowie auf Anfrage einen Handelsregisterauszug, eine gültige Vollmacht und/oder eine Kopie eines gülti­gen Ausweisdokuments.

Die Interessenbekundung sollte ein kurzes, aber aussagekräftiges Profil der interes­sierten Partei und eine Spezifizierung des Erwerbsinteresses (alle Vermögensgegen­stände, bestimmte Verwertungseinheiten oder einzelne Vermögensgegenstände) be­inhalten. Die Abgabe einer vollständigen und korrekten Interessenbekundung sowie der Abschluss einer von den Verkäufern akzeptierten und durch einen Bevollmächtig­ten der interessierten Partei unterschriebenen Vertraulichkeitserklärung, die der Inte­ressenbekundung beigefügt wird, sind Voraussetzung für die Teilnahme am weiteren Prozess.

Interessenten, die eine verspätete Interessenbekundung abgeben, werden nicht vom Prozess ausgeschlossen. Nachteile, die sich aus der Verspätung ergeben, gehen je­doch ausschließlich zu Lasten der interessierten Partei. Der geplante Veräußerungs­prozess und die entsprechenden Fristen werden nicht angepasst.

Jeder Interessent trägt die bei ihm im Zusammenhang mit der Beteiligung am Verfah­ren anfallenden Kosten selbst. Dies gilt auch im Falle eines Abbruchs des Prozesses. Die Verkäufer behalten sich das Recht vor, den Veräußerungsprozess jederzeit und ohne Angabe von Gründen zu ändern oder zu beenden.

Alle Anfragen in Bezug auf das strukturierte Ausschreibungsverfahren oder in Bezug auf die erforderlichen Inhalte der Interessenbekundung sind ausschließlich an KPMG zu adressieren.“

Quelle: Handelsblatt vom 15. Mai 2013

-> Nürburgring steht offiziell zum Verkauf